Träume verwirklichen beginnt in der Kindheit

13. Januar 2026

– wie Kinder Mut lernen und warum das so wichtig ist.

Am „Make Your Dreams Come True Day“ geht es meist darum, dass Erwachsene sich fragen, wie sie ihre Ziele erreichen können und welche Schritte im neuen Jahr anstehen. Dabei wird oft übersehen: Der Mut, ein Ziel überhaupt anzustreben, entsteht nicht erst im Erwachsenenalter. Er wird in der Kindheit gelegt – durch Erfahrungen, die ein Gefühl von Selbstwirksamkeit vermitteln. 

Kinder, die früh lernen, Herausforderungen anzunehmen, Entscheidungen zu treffen, mit Unsicherheiten umzugehen und eigene Ideen ernst zu nehmen, entwickeln spätereher die Fähigkeit, große Träume nicht nur zu haben, sondern ihnen wirklich nachzugehen. Dieser Artikel zeigt, warum Mut so eng mit Selbstwirksamkeit verbunden ist, wie er im Alltag entsteht und welche Rahmenbedingungen Kinder dafür brauchen. 

Warum Träume Mut brauchen – und warum das in der Kindheit beginnt 

Träume entstehen durch Vorstellungskraft. Ihre Umsetzung entsteht durch Mut. Mut ist die innere Überzeugung, dass man einen Schritt wagen darf, auch wenn man noch nicht weiß, wie alles ausgeht. Diese Überzeugung baut sich nicht spontan im Erwachsenenalter auf. Sie wird über Jahre geformt – durch kleine Situationen, in denen Kinder erleben: 

  • Ich darf etwas ausprobieren. 
  • Ich muss nicht perfekt sein. 
  • Ich bekomme Unterstützung, wenn ich scheitere. 
  • Ich habe Einfluss auf das, was ich tue. 

Entwicklungspsychologisch spricht man hier von Selbstwirksamkeitserfahrungen: 
Momente, in denen ein Kind merkt, dass sein Handeln etwas verändert. 

Diese Erfahrungen sind in Österreich (und besonders in Oberösterreich, wo Kinder häufig früh zwischen Schule, Freizeitangeboten, Hobbys und Erwartungen navigieren) keineSelbstverständlichkeit. Viele Kinder werden gut begleitet, aber viele erleben auch Situationen, in denen ihre Entscheidungen, Ideen oder Ängste wenig Raum bekommen. 

Träume zu verwirklichen setzt voraus, dass man sich selbst überhaupt als handlungsfähig erlebt. Und dieser Glaubenssatz entsteht früh. 

Kleine Schritte – warum Mut im Alltag wächst, nicht in Extremsituationen 

Mut wird oft missverstanden als „Sprung ins kalte Wasser“. Für Kinder funktioniert das aber völlig anders. Kinder entwickeln Mut nicht durch große Mutproben, sondern durchalltägliche, überschaubare Herausforderungen: 

  • ein neues Spiel kennenlernen 
  • ein Referat halten 
  • eine Auseinandersetzung mit einem Freund klären 
  • ein Stück des Schulweges allein gehen 
  • eine schwierige Hausübung noch einmal probieren 
  • einen Fehler eingestehen und trotzdem weitermachen 

Jede dieser Situationen ist für Erwachsene klein, für Kinder jedoch bedeutend.  Sie zeigen ihnen: „Ich kann etwas schaffen, auch wenn ich unsicher bin.“  Diese Art von Erfahrung ist entscheidend für die Fähigkeit, später Träume umzusetzen.  Wer gelernt hat, mit kleinen Unsicherheiten umzugehen, kann mit großen besser umgehen – beruflich, sozial, emotional. 

Fehler als Ressource – wie Kinder lernen, dass Scheitern Teil des Weges ist 

Viele Kinder erleben Fehler als etwas Bedrohliches. Das ist kein Zufall: Schulsysteme, gesellschaftliche Vergleiche, Leistungsdruck und hohe Erwartungen prägen schon früh, wie Kinder sich selbst bewerten. Doch aus psychologischer Sicht sind Fehler einer der wichtigsten Faktoren für Mut, denn sie vermitteln: 

  • Ich kann etwas nicht – und darf trotzdem wieder aufstehen. 
  • Ein Fehler sagt nichts über meinen Wert aus. 
  • Ich kann durch Wiederholung besser werden. 
  • Scheitern ist normal, nicht peinlich. 

Wenn Kinder in einer Umgebung aufwachsen, in der Fehler als Lernchancen betrachtet werden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie später Herausforderungen nicht vermeiden, sondern aktiv angehen. Und genau das brauchen Menschen, die große Lebensentscheidungen treffen oder Träume verfolgen wollen. 

Im Gegensatz dazu führt „Fehlervermeidung“ dazu, dass Kinder später riskieren, Ziele gar nicht erst zu verfolgen. Sie bleiben in sicheren Bereichen, auch wenn sieunglücklich sind. 

Die Rolle der Erwachsenen – warum Beziehungserfahrungen Mut prägen 

Mut entsteht nicht isoliert. Er entsteht in Beziehung. Kinder entwickeln Selbstvertrauen, wenn Erwachsene: 

  • verlässlich und zugewandt sind 
  • Mut nicht einfordern, sondern vorleben 
  • Ziele und Träume des Kindes ernst nehmen 
  • Rückhalt geben, aber nicht alles vorwegnehmen 
  • Unterstützung anbieten, ohne Kontrolle auszuüben 
  • emotional verfügbar bleiben, auch wenn etwas misslingt 

Wichtig ist: Mut wird nicht durch Lob erzeugt, sondern durch Zutrauen. Zu viel Absicherung nimmt Kindern Entwicklungschancen. Zu viel Druck nimmt ihnen Sicherheit. Die optimale Balance besteht darin, Kindern Herausforderungen zu ermöglichen, ohne sie zu überfordern — und ihnen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind. 

Warum Mut für Kinder besonders relevant ist 

Kinder in OÖ erleben ähnliche Herausforderungen wie Kinder im gesamten Bundesgebiet, aber es gibt regionale Besonderheiten: 

  • längere Wege zwischen Wohnort, Schule und Freizeitangeboten 
  • unterschiedliche Unterstützungsangebote je nach Gemeinde 
  • hohe Erwartungen an schulische Leistung 
  • frühe Vergleichskulturen in Gruppen 
  • soziale Unterschiede, die im Alltag stärker sichtbar werden 
  • zunehmende Anforderungen durch digitale Lernstrukturen 

Mut hilft Kindern in diesen Rahmenbedingungen, flexibel und stabil zu bleiben.  Er erleichtert: 

  • Schulwechsel 
  • den Einstieg in neue soziale Gruppen 
  • Umgang mit Leistungsdruck 
  • Umgang mit sozialen Konflikten 
  • Übergänge in neue Lebensphasen 

Die Fähigkeit, Schwierigkeiten zu bewältigen und trotzdem Ziele zu verfolgen, ist in einer komplexer werdenden Welt zentrale Lebenskompetenz. Nicht jedes Kind entwickeltMut gleich schnell. Manche Kinder brauchen zusätzliche Begleitung – und auch Eltern brauchen manchmal Entlastung, um Mut zu fördern statt Druck zu erzeugen. 

B7 bietet dafür in Oberösterreich die B7 Familienberatung niederschwellige Beratung für Eltern, die Orientierung suchen. Unterstützung ist kein Zeichen von Schwäche. Sie ist Teil des Weges, damit Kinder wachsen können. 

Mut ist kein spontaner Entschluss. Mut ist eine Haltung, die aus vielen kleinen Erfahrungen entsteht. Kinder, die früh erleben: 

  • dass ihre Träume ernst genommen werden, 
  • dass sie Fehler machen dürfen, 
  • dass sie Unterstützung bekommen, 
  • dass sie Strukturen mitgestalten dürfen, 

entwickeln die Fähigkeit, später große Ziele anzugehen. 

Träume verwirklichen ist nicht nur ein Thema für Erwachsene. Es ist ein Thema, das in der Kindheit beginnt – und das wir durch unsere Haltung, unser Zutrauen und unsereBegleitung unmittelbar beeinflussen können. Mutige Kinder werden zu Erwachsenen, die sich trauen, ihre Träume Realität werden zu lassen. 



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